Von Julius Pannen

Die teuersten Schäden sind oft die, mit denen niemand gerechnet hat

Die teuersten Schäden sind oft die, mit denen niemand gerechnet hat

Fuhrparkmanager investieren viel Zeit in die Kontrolle planbarer Kosten.

Wartungspläne werden sorgfältig erstellt. Serviceintervalle werden überwacht. Ersatzteilbestände werden verwaltet. Budgets werden genau kontrolliert.

Doch zu den größten Belastungen zählen häufig die Kosten, die völlig unerwartet entstehen.

Ein typisches Beispiel dafür ist das Einknicken des Gespanns (Jackknifing).

Auch wenn solche Vorfälle vergleichsweise selten sind, kann bereits ein einziger Schaden eine Kettenreaktion auslösen, deren Kosten weit über die eigentliche Reparatur hinausgehen. Beschädigte Kupplungen, Deichseln, Montagesysteme und Fahrzeugkomponenten können ein Nutzfahrzeug schnell außer Betrieb setzen und den gesamten Fuhrparkbetrieb beeinträchtigen.

Für Fuhrparkmanager stellt sich daher heute nicht mehr die Frage, wie sich ein Jackknife-Schaden reparieren lässt.

Sondern wie er sich von vornherein vermeiden lässt.


 

Wenn aus einem kleinen Fehler hohe Kosten entstehen  

Viele Jackknife-Vorfälle ereignen sich nicht auf öffentlichen Straßen, sondern beim Rangieren mit niedriger Geschwindigkeit.

Enge Lieferzonen, Baustellen, Terminals und beengte Ladebereiche verlangen Fahrern häufig das Manövrieren auf engstem Raum und bei eingeschränkter Sicht ab. In solchen Situationen kann der Winkel zwischen Zugfahrzeug und Anhänger sehr schnell kritisch werden.

Aus einem scheinbar kleinen Rangierfehler können entstehen:

  • Beschädigte Kupplungssysteme
  • Verbogene Deichseln oder Befestigungskomponenten
  • Beschädigte elektrische und pneumatische Verbindungen
  • Ungeplante Werkstattaufenthalte
  • Fahrzeugstillstand

Während sich die Reparaturkosten noch relativ leicht beziffern lassen, fallen die indirekten Kosten oft deutlich höher aus. Lieferverzögerungen, umgeplante Touren und der Ausfall von Fahrzeugen können die Leistungsfähigkeit des gesamten Fuhrparks erheblich beeinträchtigen.

Erfahrung ist wichtig – aber allein nicht ausreichend 

Gut ausgebildete Fahrer sind nach wie vor die wichtigste Voraussetzung, um Jackknife-Situationen zu vermeiden.

Ein gutes Verständnis für Fahrzeugabmessungen, das Verhalten des Anhängers und sichere Rangiertechniken reduziert das Risiko erheblich. Eine ruhige Fahrzeugführung und das Bewusstsein für kritische Einschlagwinkel sind besonders in anspruchsvollen Einsatzbereichen entscheidend.

Doch selbst erfahrene Fahrer geraten gelegentlich in schwierige Situationen.

Müdigkeit, Ablenkung, schlechte Sicht oder unbekannte Einsatzorte erhöhen das Fehlerrisiko.

Deshalb setzen immer mehr Fuhrparkbetreiber nicht mehr ausschließlich auf Fahrerschulungen.

Technologie wird zu einem wichtigen Sicherheitsfaktor 

In der Transportbranche hilft moderne Technik heute dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, bevor daraus kostspielige Schäden entstehen.

Fahrerassistenzsysteme, Rückfahrkameras und Sicherheitssensoren gehören bereits vielerorts zur Standardausstattung, um die Betriebssicherheit zu erhöhen.

Systeme zur Vermeidung von Jackknife-Situationen folgen demselben Prinzip.

Sie warnen den Fahrer rechtzeitig, bevor der Winkel zwischen Zugfahrzeug und Anhänger einen kritischen Bereich erreicht. Dadurch entsteht eine zusätzliche Sicherheitsebene bei anspruchsvollen Rangiermanövern. Anstatt Schäden erst nach ihrem Entstehen zu beheben, erhalten Unternehmen die Möglichkeit, sie von vornherein zu vermeiden.

Einen widerstandsfähigeren Fuhrpark aufbauen

Prävention bietet den größten wirtschaftlichen Nutzen 

Investitionen im Fuhrpark werden häufig anhand ihres unmittelbar sichtbaren Nutzens bewertet.

Doch zu den wertvollsten Investitionen zählen oft diejenigen, die Kosten gar nicht erst entstehen lassen.

Die Vermeidung eines einzigen Jackknife-Vorfalls kann einsparen:

  • Reparaturkosten
  • Ausfallzeiten
  • Administrativen Aufwand
  • Betriebsunterbrechungen
  • Herausforderungen im Kundenservice

Prävention ist deshalb nicht nur eine Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit – sie ist eine unternehmerische Entscheidung.

Einen widerstandsfähigeren Fuhrpark aufbauen 

Da Transportbetriebe zunehmend auf Effizienz und maximale Fahrzeugverfügbarkeit angewiesen sind, wird die Vermeidung vermeidbarer Ausfälle immer wichtiger.

Erfolgreiche Fuhrparkbetreiber wissen, dass eine hohe Fahrzeugverfügbarkeit nur durch ein proaktives Risikomanagement gewährleistet werden kann.

Denn die tatsächlichen Kosten eines Jackknife-Vorfalls entstehen nur selten durch das beschädigte Bauteil.

Sondern durch die verlorene Zeit, die darauf folgt.

Julius Pannen
Als Technischer Support Ingenieur bei Ringfeder unterstützt Julius Kunden bei der Lösung komplexer technischer Herausforderungen mit praktischem Fachwissen, analytischem Denkvermögen und einem starken Fokus auf langfristige Zuverlässigkeit. Dank seines beruflichen Hintergrunds in den Bereichen additive Fertigung und technischer Support verfügt er über ein tiefgreifendes Verständnis für Anwendungs- und Produktanforderungen. Sein Ziel ist es, sicherzustellen, dass jede Lösung auf die spezifischen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten ist, und durch präzise Unterstützung, klare Kommunikation und zuverlässige Problemlösung einen echten Mehrwert zu schaffen. Neben seiner technischen Arbeit fährt er gerne Fahrrad, spielt Dart und verbringt wertvolle Zeit mit Familie und Freunden.
Halte mich auf dem laufenden!
In Verbindung bleiben

In Verbindung bleiben

Abonnieren